Was schafft man an einem Tag in London?

… oder auch Reisen mit der Chaosqueen.

Ich plane wirklich außerordentlich gerne. Vorallem Reisen. Sobald ich von einem Städtetrip weiß, besorge ich mir einen Reiseführer, lese ihn von Anfang bis Ende durch, markiere alle Sehenswürdigkeiten auf der Karte, sortiere die Sehenswürdigkeiten nach größtem Interesse meinerseits oder meiner Mitreisenden und plan anschließend die Routen für die einzelnen Tage so, dass man sich pro Tag eine bestimmte „Ecke“ der Stadt anschauen kann. Dazu kommt, dass ich mir vorher schon diverse Restaurants/Cafés/Bars via Instagram und Blogs raussuche und diese in die Routen mit einplane. Mit dieser ganzen Planerei könnte ich Stunden verbringen.
Soweit zur Theorie, denn theoretisch bin ich außerordentlich gut vorbereitet. Es mangelt mir bloß etwas an der Umsetzung. Denn so fing auch Elisas und mein Tagestrip an.
5.25 Uhr, ich wache auf, weil mein Handy mir Dank eines für mich ohrenbetäubenden Geräuschs mitteilt, dass ich eine Nachricht bekomme. Bevor ich nachschaue wer mir schreibt ärgere ich mich, dass ich den Ton angelassen habe, kann mich aber doch aufraffen auf das Handy zu schauen. „Guten Morgen, ich bin jetzt gleich schon am Flughafen. Wo bist du denn gerade?“. Hoppla, wie bitte? Wie viel Uhr haben wir denn?

Es ist offensichtlich – ich habe verschlafen.

Um 6.45 Uhr geht der Flug nach London und dafür muss ich um 5.38 Uhr den Zug nehmen. Kurz überschlagen bedeutet das, ich habe 5 Minuten um mich fertig zu machen, der Weg zur Bahn sind immerhin 6 Minuten.
Ich springe auf – mir wird kurz schwindelig, das war doch sehr rasant – schlüpfe in irgendetwas anzuziehen, wasche mir das Gesicht und putze mir die Zähne. Schmeiße ein bisschen Schminke, eine zweite Tasche und mein Portemonnaie und Schlüssel in den Rucksack und laufe los. Noch bin ich gut in der Zeit. Bis Elisa anruft: „Hallöchen, wie schön, dass keiner von uns verschlafen hat“, „Ja, mmh, rate mal wer doch verschlafen hat. Aaaaber ich bin schon auf dem Weg zur Bahn, schaffe ich alles locker“, höre ich mich etwas abgehetzt ins Telefon keuchen. Elisa ist wirklich ein Engel, sie ist absolut gelassen, vertraut mir, dass ich wirklich komme, oder überspielt gut, dass sie etwas Bange hat, und wartet vor der Sicherheitskontrolle auf mich, weil ich ja die Boarding Pässe habe. „Aaaach fuuuuck, ich rufe sofort zurück“. Stimmt, Boardingpässe, da war ja was. Ich bin auf halber Strecke zur Bahn und sprinte zurück in die Wohnung, schnappe mir die Unterlagen und renne wieder los. Ein erneutes Telefonat mit Elisa „Ja hallo, alles super, hab die Pässe, müsste ich alles schaffen, obwohl, vielleicht bin ich 15 Minuten zu spät, aber das passt noch alles. Sonst alles gut?“ Elisa wirkt immer noch sehr entspannt, sie ist die theoretisch und praktisch Organisierte von uns beiden und zählt noch einmal auf, was sie alles mitnimmt. „Portemonnaie, Boarding Pass hast du ja, Kaugummi, Haargummi, Personalausweis…“, „Neeeein, mein Reisepass. Moment bitte, ich rufe sofort zurück!“ Ich bin schon wieder auf der Hälfte der Strecke zur Bahn, da fällt mir auf, dass ich meinen Reisepass vergessen habe. Mein Personalausweis ist abgelaufen, weswegen ich damit nicht fliegen kann. Ich sprinte erneut zurück zur Wohnung, schnappe mir den Reisepass und renne los. Es ist 6.48 Uhr. In 10 Minuten würde die nächste Bahn kommen, allerdings wäre diese erst um 6.20 Uhr am Flughafen und zu der Zeit könnte das Gate bereits geschlossen sein. Das kann ich Elisa nicht antun. Es folgt ein panischer Anruf bei einem Taxiunternehmen, welches mir als erstes Suchergebnis bei Google vorgeschlagen wird. „Ja guten Morgen, mein Name ist weiß-der-Teufel, wie schnell können sie ein Taxi zum Hansaring schicken, dass mich so schnell es geht zum Flughafen bringt?“, „Ja na gut, 5 Minuten. Aber bitte nicht länger, sonst verpasse ich meinen Flug.“ – als würde sich eine Taxikoordinatorin dafür interessieren, warum ich ein Taxi so schnell wie möglich brauche. Sie hatte auf jedenfall Recht, was die 5 Minuten anging. Als ich im Taxi sitze, rufe ich Elisa zum letzten Mal an und kann ihr glücklich versichern, dass ich um 6.10 Uhr am Flughafen bin und der Reise nichts mehr im Weg steht. Nur als ich bezahlen möchte, merke ich auf einmal, dass meine Kreditkarte immer noch auf meinem Schminktisch liegt. Zum Bezahlen in Deutschland reicht die EC-Karte, aber für England muss ich mir was überlegen. Ich schreibe meiner Mama eine kurze SMS:

„Guten Morgen von der Chaosqueen,

nachdem ich schon zweimal zurücklaufen musste, weil ich meinen Reisepass und die Boardingspässe vergessen hatte, ist mir jetzt aufgefallen, dass ich meine Kreditkarte liegen lassen habe. Würdest du mir wohl etwas Geld überweisen? Kuss, Pauline“

Wir gehen ans Gate, sitzen um 6.40 Uhr im Flieger und landen nach englischer Zeit um 7.00 Uhr. Als ich Stansted verlasse, ist das Geld meiner Mama bereits auf meinem Konto. Und schließlich kann der Tag wirklich starten.

Und jetzt zu unserer Route.

Ich habe insgesamt drei Restaurants für Elisa und mich rausgesucht. Zum Frühstücken ging es für uns in den Breakfast Club in der Nähe der Tower Bridge. Ich habe mich für das All-American mit pochierten Eiern und Elisa für die Salted Caramel Banoffee Pancakes. Beides war sehr lecker, allerdings hätten wir lieber etwas anderes genommen, nachdem wir bei anderen Gästen auf die Tische geläuert hatten.

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The all American and Salted Caramel Banoffee Pancakes at the Breakfast Club

Der nächste Essensstop war der Eisladen Milk Train in der Nähe vom Covent Garden. Ein ganz verrücktes Eis, leider hat mir das Matcha Eis nicht geschmeckt, aber ein schönes Foto ist ja durchaus entstanden.

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Matcha Ice Cream topped with sprinkles and popcorn and loads of cotton candy

Zum Schluss wollten wir eigentlich gerne zum Deli von Ella Woodward, die den Blog und mehrer Kochbücher unter dem gleichen Namen „Deliciously Ella“ führt und rausgebracht hat. Leider haben wir es in eines ihrer drei Delis nicht mehr geschafft, ich würde es aber beim nächsten Mal auf jedenfall sehr gerne ausprobieren. Auf Instagram sieht das Essen sehr lecker aus.

Weitere Essens-Empfehlungen in London

Generell ist der Borough Market immer eine gute Adresse, vorallem wenn man sich nicht einigen kann, auf was man Hunger hat. Ansonsten ist es auch schön, nur ein bisschen über den Markt zu schlendern, genauso wie die Harrods Food Hall – alles sündhaft teuer, aber es sieht unglaublich gut aus.

Homeslice oder Franco Manca für die besten Pizzen und teilweise ausgefallenen, aber sehr leckeren Kreationen.
Für gesundes und vorallem leckeres FastFood das Leon.

Und für die besten Coockies der Welt Ben’s Cookies oder für sagenhafte Zimtschnecken mit Vanillesauce Cinnabon.

Sowohl Anna von Theannaedit als auch Lily Pebbles haben sehr gute London Guides auf ihren Blogs, die es wert sind vor dem Städtetrip gelesen zu werden.

Unsere Route

Und wer immernoch nicht genug hat und sich für Elisas und meine Tagesroute durch London interessiert, kann hier den folgenden Link anklicken:

Route 1 / Route als PDF london-route-schriftl01

Und wer besonders gut zu Fuß ist, oder einfach das Pensum etwas erhöhen möchte und mehr Stunden oder zwei Tage vor Ort hat, der könnte die Route um diese Stops erweitern und hat anschließend einen groben ersten Eindruck von London:

Route 2 / Route als PDF london-route-schriftl02

Ich hoffe, der ein oder andere konnte mit den tausend verschiedenen Links etwas anfangen. Sollte Interesse bestehen, mache ich auch gerne noch einen weitere Guide, mit mehr Plätzen, die man mal gesehen haben sollte in London.


2 Gedanken zu “Was schafft man an einem Tag in London?

  1. Hallo Nina,
    da bin ich ja froh, dass ich nicht der Eiinzige Chaoskopf bin. 😀
    Im Nachhinein mussten wir auch ziemlich lachen. 🙂

    Lieben Gruß und danke für deinen Kommentar,
    Pauline

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