Für die Fastenzeit vegan | Wie starte ich?

„Was darf man denn dann überhaupt noch essen? Da bleibt doch nur noch Gemüse und Obst, oder?“

Diese Frage ist mir in den letzten Wochen ziemlich häufig gestellt worden, und obwohl ich zu Beginn immer gleich geantwortet habe, nämlich, dass das doch nicht schwierig sei. Und ja, ich habe viele Frühstücksmöglichkeiten und auch sonst verhungere ich nicht. Vielmehr esse ich sogar sehr leckere Sachen und könnte theoretisch jeden Tag ein neues Gericht ausprobieren. Ist mir irgendwann aufgefallen, dass hinter der Frage eigentlich eine andere steckt; was heißt vegan essen überhaupt?

Was bedeutet vegan zu essen?

Der völlige Verzicht auf tierische Produkte bei der Ernährung o.a. – ist die niedergeschriebene Definition von Veganismus im Duden.

Vegan zu essen bedeutet eigentlich nicht anderes, als auf tierische Produkte und deren Erzeugnisse zu  verzichten. Das heißt man verzichtet auf Milch, Butter, Eier, Fleisch und Honig.

Aber wie bereits gesagt gehören eben auch Produkte dazu, in denen die Obigen enthalten / verwertet sind. Deswegen fällt zum Beispiel Joghurt und Quark weg, alle Arten von Käse, Wurst sowieso, viele süße Aufstriche (sogar meinen sehr geliebten Hagel Slaag aus Holland Dank der Butter.), manche Nudelsorten, Pesto, Sahne, usw.

Das Wort vegan geht auf den Engländer Donald Watson zurück, der den Begriff vom englischen vegetable („Gemüse, pflanzlich“) und nicht vom lateinischen vegetus („lebendig, frisch, kraftvoll“) ableitete, um jene Vegetarier zu bezeichnen, die auch Milchprodukte meiden. Zunächst benutzte Watson den Terminus total vegetarian (in etwa: konsequenter, strenger Vegetarier). Als Abkürzung dafür prägte er dann aus dem Anfang und Ende von vegetarian die Wortneuschöpfung vegan, weil „Veganismus mit Vegetarismus beginnt und ihn zu seinem logischen Ende führt“. (Quelle: Wikipedia)

Warum isst man vegan?

Es gibt diverse Gründe weshalb man sich entscheidet vegan zu leben oder zu essen. Das kann zum Einen aus gesundheitlichen Gründen sein, zum Anderen aber auch aus ethischen Gründen oder einfach aus purer Neugier – was bei mir der Fall ist.

Ich persönlich lege viel Wert darauf, dass ich vegan esse und nicht lebe. Das heißt ich lebe den Veganismus nicht in allen Lebensbereichen und achte zum Beispiel bei Anziehsachen nicht darauf, dass sie vegan sind und trage deswegen unter Anderem auch Leder weiter.

Dazu kommt, dass es sich bei mir um eine temporäre Umstellung gehandelt hat. Mein längster Freund isst schon seit einigen Jahren vegan, weshalb ich von ihm bereits wusste, dass vegan und lecker essen nichts ist, dass sich generell ausschließt.

Aus dem Ansatz heraus, dass man durchaus zwischendurch mal bewusst auf Dinge verzichten sollte, faste ich jedes Jahr. Bis letztes Jahr habe ich immer auf den Verzehr von Süßigkeiten und Fast Food verzichtet, allerdings esse ich seitdem kein Fast Food mehr und Süßigkeiten auch in einem gesunden Maß, sodass ich eine neue Herausforderung für mich gesucht habe.

Ich war schon immer neugierig zu erfahren, wie es wohl is(s)t als Veganer und habe mir diese Challenge deswegen für die diesjährige Fastenzeit überlegt.

Die Sache mit der Motivation.

Wenn man sich entscheidet vegan zu essen, ist es umheimlich wichtig für sich selber klar zu haben, warum man diese Umstellung macht. Der Grund dahinter ist nicht wirklich wichtig und kann auch aus der Neugier oder einem Trend heraus entstehen, wichtig dabei ist nur, dass man das für sich ganz klar hat, um die Motivation zwischendurch nicht zu verlieren.

Wenn man das Thema aus ethischen Gründen angeht, ist das – habe ich den Eindruck – die einfachere Motivation, wenn sie denn von Herzen kommt! Dann fällt es einem mit Sicherheit leichter zu einem leckeren Hähnchenbrust Salat ’nein‘ zu sagen, oder zu einem Kuchen von der Oma, oder dem Käsebrot, das einem gerade so süß zulächelt.

Ich bin das Thema wie gesagt aus Neugier angegangen und hatte von Anfang an eine Art Deadline, die mir auch geholfen hat die Motivation zu behalten. Das könnte auch ein Tipp sein, sich erstmal von Woche zu Woche zu hangeln oder erstmal „nur“ vier Wochen vegan zu essen, sodass man weiß, wann man wieder alles Essen „darf“. Das Wort dürfen setze ich bewusst in Anführungszeichen, denn es gilt eigentlich in jeder Lebenslage, alles was verboten ist, macht umso mehr Spaß. Und wenn man sich bewusst dazu entscheidet vegan zu essen / leben, entsteht daraus kein Verbot.

Während der letzten 10 Wochen habe ich zusätzlich gemerkt, dass es mir Spaß macht unterschiedliche Rezepte auszuprobieren und mir die Herausforderung gefällt für bestimmte Produkte einen Ersatz zu finden und einfach wieder ein bisschen kreativer zu werden in der Küche.

Meine liebsten Inspirationsquellen.

Fakt ist, dass man zu Beginn Inspiration braucht, um sich nicht nur von Spaghetti mit Ketchup zu ernähren.

Dabei helfen einem Foodblogs und Pinterest sehr. Zu Beginn habe ich einfach ‚Food Blog vegan‘ gegoogelt und mich ein bisschen durchgeklickt. Ich muss zugeben, ich lasse mich von Bildern extrem beeinflussen und somit habe ich mich immer mit den Blogs beschäftigt, die die hübschesten Bilder hatten. (Kleiner Tipp: Googelt so etwas nicht in Zeiten, in denen ihr Hunger habt oder noch lange warten müsst bis es das nächste Mal etwas zu essen gibt – been there done that.)

Meine große Liebe ist der Blog eat this von Nadine und Jör. Die beiden schaffen es, veganes Essen nicht nur super lecker aussehen zu lassen, sondern auch noch Rezepte dazu zu schreiben, die ohne großen Aufwand nachahmbar ist. Die Pancakes sind ein Traum, die Linsenbolognese auch und das Sushi Sandwich will ich auch ganz bald mal ausprobieren. Eine ganz große Empfehlung von mir!

Außerdem schaue ich immer wieder bei Springlane vorbei. Eigentlich ist Springlane ein Online Shop, der allerdings auch eine Rezeptesammlung hat. Aufmerksam darauf bin ich durch Pinterest geworden, da die Rezept-Bilder so gut aussahen. Was mich besonders überzeugt hat, ist der personalisierte Newsletter, welcher per What’s App verschickt wird. Bei der Anmeldung gibt man seine Essgewohnheiten an (vegan / vegeteraisch / low carb / paleo / Allesesser) und bekommt dann wöchentlich neue Rezepte geschickt. Mir persönlich hat das sehr geholfen, und ich habe schon das Falaffel Curry ausprobiert, das wirklich super lecker war. Die Riesenauswahl an unterschiedlichsten Rezepten ist auf jedenfall einen Besuch wert. Denn auch hier gilt wieder, alle Rezepte sind wirklich gut und einfach nachzumachen.

Und zu guter Letzt die Inspirationsquelle Pinterest. Ich liebe es die tausenden Bilder zu egal welchem Thema durch zu stöbern und habe deswegen auch mal nach Essen geschaut. Es gibt eine Riesenauswahl, sodass ich mir direkt mal eine Pinnwand angelegt habe mit Rezepten, oder aber mit Rezepten, die ich ganz einfach in ein veganes Rezept umwandeln kann.

Was ich außerdem noch empfehlen kann, ist sich ein bisschen in das Thema „Lebensmittel ersetzen“ einzulesen. Erstens ist es unheimlich spannend – aus dem Saft in dem Kichererbsen konserviert werden kann man zum Beispiel einen Eischnee-Ersatz machen – mind blowing. Und zweitens ist es so auch relativ einfach normale Rezepte etwas abzuwandeln. Dann nimmt man statt eines Ei’s vielleicht eingewichte Leinsamen oder Chia-Samen, macht Porridge mit Wasser statt mit Milch, oder macht einen Käse-Saucen-Ersatz mit Cashewkernen.

In dem Sinne: Wer Lust hat, kann dem Ganzen doch aus Spaß einfach mal eine Chance geben.

Und wenn nicht, auch gut. Nicht ist schlimmer, als Menschen die einem ihre Lebensart aufdrängen wollen. Wichtig ist es meiner Meinung nach die Balance zu halten und sich seine Gewohnheiten einfach mal bewusst zu machen. Ich zum Beispiel unterstütze keine Fast-Food Ketten und esse vegan, dafür verschmutze ich die Umwelt in dem ich nächsten Monat einen Tagestrip nach London per Flugzeug mache.

Aber wenn sich das eine ganze Menge Menschen mehr bewusst machen würden, würde das mit Sicherheit schon weiterhelfen. 🙂


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